Wisseler Dünen in Nordrhein-Westfalen

Die Wisseler Dünen wurden 1968 unter Schutz gestellt und grenzen direkt an die Gemeinde Wissel. Das Gebiet umfasst 80 ha und dient vorrangig der Erhaltung und Entwicklung des am linken Niederrhein einzigartigen Flussdünenkomplexes. Generell sind Binnendünen heutzutage äußerst seltene Lebensräume. Im Mittelalter lagerten die Fluten des Rheins, der damals noch einen anderen Verlauf hatte, riesige Sandmassen in dessen Innenbogen ab. Der überwiegend vorherrschende Westwind türmte den Sand zu den Dünen auf. In späterer Zeit begrünte die Natur diese mit Pflanzen des Sandtrockenrasens. Spezialisten wie die Sandsegge und das Silbergras können neben Moosen und Flechten in dem kargen, nährstoffarmen und äußerst trocknen Lebensraum überleben. Typische Bewohner der Dünen sind Sandbienen und Sandlaufkäfer. Bereits seit dem 16.Jh. nutzen die Menschen die Fläche als karges Weideland und halten sie somit frei von Verbuschung. Der Süd-West Teil der Dünen wurde in den 30er Jahren vom Reichsarbeitsdienst zur Errichtung eines Segelflugplatzes für die Hitlerjugend eingeebnet und bis vor wenigen Jahren vom Segelflugverein Kleve genutzt. Hier finden wir eine völlig andere Vegetation vor. Markant blühende Pflanzen sind u.a. Thymian, Zypressen-Wolfsmilch und Feld-Mannstreu. Die letzten drei sehr trockenen Jahre brachten erhebliche Veränderungen in der Flora der Binnendünen mit sich. Mehr Details zum Schutzgebiet finden Sie auf der Internet-Seite des Naturschutz-Zentrum im Kreis Kleve e.V.

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© W. Miesen

© W. Miesen

Wilhelm Miesen ist Landschaftsgärtner im Ruhestand. Seit 12 Jahren bietet er als zertifizierter „Niederrhein-Guide“ (Natur- und Landschaftsführer) in Zusammenarbeit mit der Naturschutzstation Niederrhein und dem Naturschutz-Zentrum Kleve Führungen an. Beim Projekt DINA ist er seit April 2020 für die Betreuung der Fallen und Entnahme der Vegetations- und Bodenproben zuständig. Zunächst in Zusammenarbeit mit Hans Tersteegen, ist er seit August allein-verantwortlich. Er wohnt in unmittelbarer Nähe der „Dun“, wie die Einwohner des Dünendorfes Wissel ihr Wahrzeichen gerne nennen. Seit seiner Kindheit hat er eine enge Beziehung zu dem letzten Dünengebiet seiner Art im Rheinland. War es früher für ihn ein riesiger Abenteuerspielplatz, auf dem man auch bis 1983 der Bundeswehr bei Übungen zuschauen konnte, unterstützt er heute das für die Betreuung zuständige Naturschutz-Zentrum Kleve bei Pflegemaßnahmen.

 

Hans Tersteegen ist ein unermüdlicher Kämpfer für den Naturschutz. Seine Vorlieben sind Arbeiten im Bereich der Landschaftspflege. Rund ums Jahr ist er ständig im Einsatz. Im Einzugsbereich der NABU-Ortsgruppe Xanten und in den Schutzgebieten der Region Issum und Geldern gehören Mäharbeiten, Gehölzschnitt, Amphibienzaunbetreuung und vieles mehr zu seinen regelmäßigen Tätigkeiten. Sein Steckenpferd ist der Schutz aller im Gebiet Issum Geldern vorkommenden Eulenarten, für die er sich bereits seit 1978 tatkräftig einsetzt.

 

Gegenwärtig erholt er sich von einem beim Pflücken von Birnen erlittenen Sturz von einer Leiter im August dieses Jahres. Wir alle hoffen, dass er bald wieder zu seinem gewohnten Alltag zurückkehren und aktiv im Einsatz für den Naturschutz stehen kann. Wir wünschen ihm eine rasche gute Genesung!

Kommentar zur Arbeit bei DINA: "Der nördliche Teil der Binnendünen dient den Menschen als kleines Wandergebiet. Einer der Pfade kreuzt die Versuchsanordnung der Malaisefallen. So kommt es regelmäßig vor, dass Spaziergänger mich ungläubig fragen, warum die Zelte in den Dünen stehen obwohl das Zelten und Lagern im Schutzgebiet streng untersagt ist. Das ist jedesmal ein guter Gesprächsbeginn, um den interessierten Wanderern das Projekt zu erklären und auf die große Bedeutung des Gebietes als Refugium für hochgradig gefährdete Arten hizuweisen." (W. Miesen)

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