FFH(-NSG) Oderhänge Mallnow in Brandenburg

Die FFH-Gebiete Oderhänge Mallnow und Erweiterung Oderhänge Mallnow erfuhren im Rahmen der dauerhaften Sicherung von hier vorhandenen, zum großen Teil prioritären Lebensraumtypen gemäß FFH-Richtlinie die Ausweisung als NSG Oderhänge Mallnow mit einer Flächengröße von insgesamt 305 ha. Das Naturschutzgebiet (NSG) liegt nördlich und nordwestlich der Ortschaft Mallnow an einem besonders markanten Steilabfall der Ostbrandenburgischen Platte zum Odertal. Im Verbreitungsschwerpunkt der Steppenrasen an den Oderhängen zwischen Seelow und Frankfurt (Oder) treten hier die kontinental geprägten Trockenrasen besonders großflächig auf. Sie weisen eine besonders bemerkenswerte Vegetation und eine reichhaltige Fauna auf. Die Nutzungsaufgabe von Flächen führte stellenweise zur sog. "Versaumung" der Trockenrasen, d. h., Arten trocken-warmer Säume, bestimmen das Vegetationsbild und deuten zunehmend die Problematik der weiteren Entwicklung zu Gebüschen trockenwarmer Standorte an. Insbesondere sind die einzigartigen, großflächigen Bestände des Frühlings-Adonisröschen-Halbtrockenrasens hervorzuheben. An die Trockenhänge schließen in den Talungen extensiv genutzte Äcker mit einer Ackerbegleit- und -randflora an. Am Talhang sind zahlreiche Quellhorizonte, Quellaustritte und auf den anschließenden Grünlandflächen noch kleinere Feuchtwiesenbereiche vorhanden. Die Vielfältigkeit der unterschiedlichen Lebensraumtypen führte u. a. bei den Insekten zu einer einzigartigen Artenvielfalt, die wiederum die Grundlage innerhalb der Nahrungskette der dort vorkommenden heimischen Wirbeltiere bildet.

Peter Streckenbach war seit seiner Schulzeit im Bereich der Feldherpetologie am östlichen Rand-Berlins aktiv, nach der Wende Gründungsmitglied des NABU-Deutschlands und des Fachausschusses Herpetologie. Hier sammelte und vereinte er 1994 die neuen NABU-Mitglieder vom Oderbruch im NABU-Regionalverband "Oderland e.V.", den er heute als Vorsitzender leitet. Die in einem der größten regulierten Flusspolder Europas inzwischen wieder heimisch gewordenen Biber, spielten in seinem Leben seither neben Amphibien und Reptilien und dem landschaftsprägenden Oderstrom eine zentrale Rolle bei der Beschäftigung mit der heimischen Natur. So nutzte er seine hauptamtliche Anstellung 23 Jahre lang als Mitarbeiter für Biotop- und Artenschutz in der Kreisnaturschutzbehörde von Märkisch-Oderland, um Interessenskonflikte beim Artenschutz in der Kulturlandschaft des Oderbruchs bestmöglich zu vermeiden oder zumindest zu minimieren. Bei mehreren Hochwasserereignissen im Bereich der Stromoder war er maßgeblich in die Deichverteidigung und die nachfolgenden umweltverträglichen Sanierungsarbeiten an den Hochwasserschutzanlagen der Oder integriert. Aktuell engagiert er sich sehr kritisch beim Projekt der polnischen Regierung zum Vorhaben "Modernisierungsarbeiten an der Grenzoder als Teil eines Hochwasserschutzprojekts".

© DINA - Diversität von Insekten in Naturschutz-Arealen