Dorscheider Heide in Rheinland-Pfalz

Das NSG Dörscheider Heide ist eines der wertvollsten Biotope am Mittelrhein, unweit der berühmten Loreley. Im Laufe der Jahrhunderte prägte der Mensch durch Weinbau, Schafbeweidung, Wiesenmahd, Ackerbau und Obstnutzung diese Landschaft. Im trocken-warmen Klima und auf mageren Felsböden entstand so eine große Vielfalt an Habitaten mit seltenen, wärmeliebenden Tier- und Pflanzenarten. Über 650 verschiedene Schmetterlingsarten konnten hier festgestellt werden, daneben viele seltene Vögel, Reptilien, Heuschrecken und andere Insekten. Infolge von Bewirtschaftungsaufgabe breitete sich ab 1950 undurchdringliches Gebüsch aus und bedrohte die licht- und wärmebedürftige Tier- und Pflanzenwelt. Hier flog bis 2013 auch noch der Fetthennen-Bläuling. Aktuell ist die Art hier verschwunden, es ist aber geplant, den Falter hier wieder anzusiedeln. Seit 1990 finden umfangreiche Pflegemaßnahmen zur Erhaltung und Rückgewinnung der Landschaft statt, u.a. durch eine traditionell gehütete Wanderschafherde, die zudem von Ziegen im Kampf gegen die Verbuschung unterstützt wird.

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© W. Düring

Wolfgang Düring ist stellvertretender Vorsitzender des NABU Bingen und Umgebung e.V. Beruflich arbeitet er zur Zeit als Lehrer (Mathematik und Physik) an der Integrierten Gesamtschule in Bad Kreuznach. Er war ca. 25 Jahre als Unternehmensberater und Projektleiter bei Siemens im IT-Umfeld (SAP-Beratung) aktiv. Seit 20 Jahren beschäftigt (schützen, fotografieren, beobachten, züchten) er sich intensiv mit der Tagfalterfauna in Bingen und Umgebung, sowie in Rheinhessen, dem Soonwald und dem Hunsrück. Für den BUND Rheinland-Pfalz betreibt er die Schmetterlings-Homepage (https://www.bund-rlp.de/themen/tiere-pflanzen/schmetterlinge/) mit seinen Bildern von ca. 100 Tagfalterarten (Falter, Eier, Raupen und Puppen). Seit 10 Jahren beschäftigt er sich mit dem Schutz des Fetthennen-Bläulings im Rheintal (Bacharach, Oberwesel). Neben dem Lilagoldenen Feuerfalter, dem Fetthennen- und dem Storchschnabel-Bläuling zählen der Große Eisvogel und die Schillerfalter zu seinen Schwerpunkt-Arten. Der Schutz der Naturschutzgebiete ist ein weiterer Fokus.

Die Dörscheider Heide war früher ein bedeutendes Naturschutzgebiet mit vielen seltenen Schmetterlingsarten. Hier flog bis 2013 auch noch der Fetthennen-Bläuling. Aktuell ist die Art hier verschwunden, es ist aber geplant den Falter hier wieder anzusiedeln.

Kommentar zur Arbeit bei DINA: "Während meiner Tätigkeit für das DINA-Projekt habe ich mir einmal bei der Bodenprobenentnahme große Blasen an den Händen erarbeitet, ein anderes Mal bin ich im NSG mit meinem nicht geländegängigen Auto fast steckengebliebe." (W. Düring)

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© W. Düring

Fetthennen-Bläuling -Weibchen - Oberwese

© W. Düring

Martin Unfricht ist Diplom-Geograph mit Schwerpunkt Geobotanik und Bodenkunde und arbeitet seit 1994 zusammen mit seinem Kollegen Dr. Dörr als Biotopbetreuer des Landes Rheinland-Pfalz im Bereich der Mittelrheinhänge zwischen Kaub und Lahnstein (Rhein-Lahn-Kreis). In diesem Gebiet liegen die beiden DINA-Standorte Koppelstein und Dörscheider Heide.

Daneben arbeitet er im Bereich Streuobstpflege, Dynamischer Agroforst und Ganzheitliches Weidemanagement nach Allan Savory bei Naturefund.e.V. in Wiesbaden

 

Mein Bezug zum Schutzgebiet „Dörscheider Heide“:

Ich betreue und kenne das Gebiet seit nahezu 30 Jahren, manage die Biotoppflege (Freistellungsmaßnahmen, Mahd, Beweidung, Infotafeln etc.).

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© M. Unfricht

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